Leitbild
Das Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit ist eine seit 1969 bestehende Forschungseinrichtung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Ziel des Instituts ist die Erforschung der Vielfalt menschlicher Lebensgestaltung, ausgehend von der materiellen Kultur.
Da die materielle Kultur Medium gesellschaftlicher Kommunikation ist, verstehen wir unter „Realien“ gleichermaßen Dinge wie Ideen, deren Kontext etwa in Form von Handlungen, Vorstellungen oder Bewertungen Lebenswirklichkeiten konstituiert. Daher ist Realienkunde nicht vorrangig Sachforschung, sondern Kulturforschung.
Das Spektrum „realienkundlich“ relevanter Quellen ist unbegrenzt.
Als geläufigste Quellen dienen Sachzeugnisse sowie die Inhalte von Bildern
und Texten. Der vielschichtige kulturelle Kontext, in dem Realien stehen, und
die Vielfalt der überlieferten Spuren erfordern den Diskurs von Fachdisziplinen
sowie die komparative, quellen- und fächerübergreifende Analyse. Realienkunde
arbeitet interdisziplinär. Sie ist eine integrative historische Teildisziplin
mit einem Naheverhältnis zur Alltagsgeschichte, Ethnologie, Mentalitätsgeschichte,
Historischen Anthropologie und anderen Zugängen, die unter den Begriffen
Kulturgeschichte und cultural studies zusammengefasst werden.
Eine spezifisch realienkundliche Methode gibt es nicht: Fragestellungen und Quellen bestimmen die jeweiligen Ansätze.
Das Institut verbindet Grundlagenforschung mit angewandter Forschung. Zentrale Aufgabe im Bereich der Grundlagenforschung ist die systematische Erschließung der Spuren vergangener Lebenswelten. Einen Schwerpunkt bildet dabei die fotografische Dokumentation von Bildquellen und anderen Objekten. Im Bereich der angewandten Forschung erfolgt die kulturwissenschaftliche Auswertung auf der Basis des aufbereiteten Materials. Sie konkretisiert sich in Einzelstudien, Projekten, Kooperationen und gemeinsamen Forschungsvorhaben.
Die Ressourcen des Instituts stehen der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.